Artikel: Internet im Unternehmen

Internet im Unternehmen - Mitarbeiter und Kunden richtig informieren.

Internet in Unternehmen

Internet? - Haben wir sowas?

Wissen Ihre Mitarbeiter die Antwort?

Stellen Sie sich vor, Ihre Angestellten wüssten die Straßenanschrift Ihrer Firma nicht auf Anhieb zu nennen.

Unglaublich? Was die virtuelle Adresse so mancher deutschen Firma anbelangt, scheint ein solcher Zustand gar nicht so außergewöhnlich. Eine Stichprobe der MediaMit, einer Initiative des Deutschen Industrie- und Handelstages zur Förderung multi­medialer Anwendungen im Mittelstand, ergab:

Von 50 angerufenen Unternehmen in verschiedenen Regionen Deutschlands wussten
nur 54 % auf Anhieb die Adresse der firmeneigenen Website (URL) oder wussten wenigstens, dass noch keine Internetseite existiert.

Ansonsten wurde in
3 Fällen auf Websites verwiesen, die noch nicht freigeschaltet waren.
2
der Angerufenen nannten sogar eine falsche Adresse.
14 mussten erst einmal nachsehen oder nachfragen.
4 Mal
wurde weiterverbunden.

Doch auch umgekehrt ist es mit der Verschmelzung der virtuellen und realen Welten nicht immer perfekt bestellt.

Wer auf einer Website nämlich die Telefonnummer eines Unternehmens sucht, steht oft ebenfalls im Regen. So gut wie nie erscheint sie auf der Eingangsseite des lnternetauftritts, oftmals erst auf der dritten oder vierten Ebene.

Das wäre fast noch zu verschmerzen, wenn überhaupt ein logischer Weg zu dieser Information führen würde.

Gerade bei kleineren Firmen wird das aber oft vergessen - ein Klick auf ,,Kontakt“ leitet geradewegs zu einem E-Mail-Formular, doch die Telefonnummer wird schlicht verschwiegen.

Bei großen Unternehmen scheint man hingegen oft zu glauben, dass sämtliche Anrufer an der - mitunter teuren - Hotline interessiert sind.

Folgerichtig ist auch nur deren Nummer im Internet angegeben. Vielfach bleibt trotz Website nichts übrig, als die Auskunft anzurufen, wenn man ,,ganz normal“ mit dem Unternehmen in Kontakt treten will.

Bernd Marenbach, Berater der Media­Mit, meint:

,,Überspitzt gesagt, dient mancher Internetauftritt als Barrikade zwischen Mitarbeitern und Öffentlichkeit. Er unterbricht den Kommunikationsfluss, anstatt ihn zu fördern.“ In aller Regel ist diese Wirkungsweise höchst ungewollt. Sie entsteht aus einem mangelnden Bewusstsein für die Bedeutung des Internet als Teil der Firmenpräsentation insgesamt. lT-Fachleute wissen davon ein Lied zu singen:

Ist die Site erst einmal erstellt, geht ein Stoßseufzer der Erleichterung durch die Reihen. Vom Eigentümer bis zur Assistentin des Marketing-Chefs atmen alle auf, weil man ,,endlich drin“ ist.

Nur: Was man da drin eigentlich will, scheint oftmals niemand genau zu wissen.

Noch immer glaubt Studien zufolge eine Mehrzahl der deutschen Unternehmen, dass der Hauptnutzen des eigenen www-Auf­tritts in einer diffus definierten Image-Verbesserung liegt.

Schon die bloße Existenz einer Site soll das Ansehen der Firma modernisieren. Als Folge dieser Unterschätzung verwaist so manche Webpräsenz bereits wenige Wochen nach ihrer Geburt.

Marenbach rät zu ganz simplen Sofortmaßnahmen. So müsse die eigene Firmensite zur Startseite im Browser eines jeden Mitarbeiters mit Internetanschluss werden. ,,So wird einerseits das Bewusstsein der Belegschaft für den Auftritt geschärft. Andererseits entdecken gerade die Mitarbeiter am schnellsten etwaige Unstimmigkeiten in der Webpräsenz, dann nämlich, wenn ihr eigener Arbeitsbereich betroffen ist.“ Sinnvoll sei es deshalb auch, die Website gelegentlich zum Thema von Mitarbeiterversammlungen zu machen.

Eine Umfrage der World Organisation of Webmasters (WOW) zeigte

Anfang 2000, dass selbst große Konzerne bei der Betreuung ihrer Internetseiten auf Laien aus Marketing- und PR-Abteilungen setzen.

In kleineren Betrieben ist es oftmals der Chef selbst, der sich diese zusätzliche Aufgabe aufbürdet. Die Folgen solcher Doppelbelastung: Auch anfangs gewissenhaft gepflegte Seiten werden mit der Zeit zum Datenfriedhof. Selbst Webshops verkommen zu Dauerbaustellen, wo nie mehr ein Schlag getan wird.

Es kann die Vermutung aufkommen, dass sich in manchen Firmen überhaupt niemand gründlich mit der Website befasst.

Da liegt sie nun auf irgendeinem Server, ohne eine klare Rolle im Gesamtgeschehen - und scheint ,,irgendwie aus Plastik“ zu bestehen.

Allenfalls alle paar Wochen findet jemand die Zeit, das Ganze ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Weil dieser "Jemand" aber in aller Regel ganz andere Aufgaben zu erledigen hat, wird die Seitenpflege irgendwann zur Last.

Bei diesem Web-Redakteur wider Willen ...

... laufen dann auch diejenigen Mitar­beiter auf, die anfangs voller Engagement den Internetauftritt in die eigene Arbeit einbeziehen wollten - und eigentlich gute Vorschläge entwickeln könnten.

,,Irgendwann habe ich‘s aufgegeben, bei dem Kollegen anzurufen“, sagt eine Abteilungsleiterin einer Bonner Firma. ,,Entweder tat er‘s nicht, oder er tat‘s falsch, oder er tat‘s zu spät.“

Das Desinteresse an der eigenen Website setzt also an der Spitze ein: bei denjenigen, die nur ungenügende Ressourcen dafür zur Verfügung stellen, und bei jenen, die als halbfreiwillige Zuständige auserkoren werden.

Irgendwann interessiert die Site den Kunden dann auch nicht länger. Dann meldet sich auch kein User mehr, um Mängel zu monieren.

Also, Damen und Herren, wie steht es um Ihren Internetauftritt ?

Mit freundlicher Genehmigung von: MediaMit Promotion Gesellschaft für multimediale Anwendungen mbH, Bonn